Irgendwie plätschert die deutsche Einzelmeisterschaft ohne Höhepunkte so vor sich hin. Die Partien haben dank der kurzen Bedenkzeit kein gutes Niveau und es wird viel gepatzt. Es macht nicht wirklich Spaß sie nachzuspielen.Khenkin wird wohl das Rennen machen, außer Niclas Huschenbeth erwischt heute – das wünscht ihm eigentlich jeder – einen Sahnetag und hält mit Weiß dagegen. Da er ein großer Kämpfer ist, wird er nicht ängstlich ums Remis winseln, wie so manch Anderer. In der sechsten Runde hatte er bei seinem Sieg etwas Glück, aber dafür kämpfte er mit interessanten Ideen bis tief in das Endspiel hinein: Lubbe,Nikolas (2353) – Huschenbeth,Niclas (2404)Deutsche Einzelmeisterschaft (6), 10.03.2010Stellung nach 49…Kd4: Ein interessantes Endspiel. Da auf beiden Flügeln gespielt wird, ist der Läufer dem Springer überlegen, aber nicht in dem Maße, dass bei gleichem Material die Partie nicht remis enden sollte. 50.Kxf6 Kein Fehler aber 50.Sc4 wäre im Remisinne genauer gewesen, da Schwarz nichts Besseres hat, als mit seinem Läufer erst den Bauern auf a5 zu decken. Weiß opfert den Springer gegen den a5 und holt mit seinem König die zwei Bauern am Königsflügel ab. Nach der Partieforsetzung geht der schwarze König stattdessen direkt zum h-Bauern und kümmert sich nicht um den a-Bauern. 50…Le1 51.Kxf6 Ke4 52.Kg5 Kf3 53.Sxa5! Lxa5 54.Kxh4= 50…Ke3! 51.Sc4 Kf4 52.Sxa5 Kg3 53.Sc4 Kxh3 54.Kf5 Kg2 55.Se5 h3 56.Sg4 Le1 57.Se3 Kf2 58.Sg4 Kf3 59.Sh2 Kg2 60.Sg4 Ld2 Wie man sieht, hat sich Weiß nur in Schwierigkeiten gebracht. Seine Freibauern sind nichts wert, da der Läufer sie problemlos aufhält und gleichzeitig die schwarzen Felder auf dem Königsflügel kontrolliert. Weiß muss aufpassen, dass er nicht in Zugzwang gerät. 61.Ke4? Das verliert, da Schwarz mit einem Dreiecksmannöver Weiß in Zugzwang bringt. Der König musste über h5 so nahe wie möglich am schwarzen h-Bauern bleiben. Die Varianten sind natürlich nicht einfach zu berechnen und insbesondere nicht in so einem fortgeschrittenen Partiestadium, in dem die Spieler über wenig Zeit verfügen. 61.Kg6 Kf3 62.Kh5 Kg3 63.b4! Den anderen Bauern zu ziehen verliert (63.a5? Lxa5 64.Se3 Le1- 65.Sf1 Kg2 66.Kg4 Lf2 67.b4 Lg1 68.b5 Lf2- und Weiß gerät in Zugzwang) 63…Lxb4 64.Se3 Kf3 (64…Le1 analog zu 63. a5? funktioniert hier nicht: 65.Sf1 Kg2 66.Kg4 Lf2 67.a5 Ld4 68.a6 Lf2 Analysediagramm 69.Kf4!! Kxf1 70.a7 Lxa7 71.Kg3=) 65.Sf1 Le1 (65…Ld2 66.Kh4 Kg2 67.Kg4!=) 66.a5! Lxa5 67.Kh4 Kg2 68.Se3 = 61…Kg3 62.Kf5 Kf3 63.Sh2 Kg2 64.Sg4 Kg3 65.a5 Lxa5 66.Se3 Kf2 67.Sg4 Kf3 68.Kg5 Kg3 69.Kh5 Ld2 70.b4 Lxb4 71.Se3 Ld2 72.Sf1 Kg2 73.Kg4 73…Lg5 Der Schlusszug ist schön, aber es gewannen auch alle anderen sinnvollen Züge auf der Diagonale c1-h6. 0-1 Falko Bindrich belegt nach sechs Runden Platz zwei. Außer in seiner Partie gegen Khenkin zeigte er bis dato ansprechendes Schach. Bindrich,Falko (2532) – Strunski,Andreas (2378) Deutsche Einzelmeisterschaft (6), 10.03.2010Stellung nach 21…e5: Hmm, wohin mit dem Springer? 22.Sc6! Lxc6?! 22…0-0 23.Lxc5 Lxc6 24.Ta7 (24.Lxf8? Lb5!) 24…Db5 25.Df5!± 23.Lxc5 Lb5 24.Df5 – Weiß hatte alles genau berechnet. Durch den Gegenangriff auf e5 gewinnt er sein Material zurück – und da der schwarze König in der Mitte verblieben ist – mit Anriff inklusive. Der Rest ist einfach. 24…Lxa6 25.Dxe5 Kd7 25…Kd8 26.Dxh8 Kd7 27.Txf7 Kc6 28.Df6 – 26.Txf7 Kc6 27.Txb7 Lxb7 28.Dd6 Kb5 29.La7 1-0 Zum Abschluss eine kleine Kombi. Issing,Peter (2291) – Schloetzer,Waldemar (2293)Deutsche Einzelmeisterschaft (6), 10.03.2010Stellung nach 27.Dd3: 27…Tc3! 28.bxc3 Dxb3 29.Kc1 Tc8 30.c4 Txc4 0-1






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